Darum könnte der Elefant das grösste Landsäugetier sein.

ElefantAuf der Suche nach den Limits der Körpergrösse stiess man auf den Temperaturhaushalt der «Dickhäuter». Die Tiere haben gar keine so unsensible Haut, wie man annimmt. Die gut durchblutete Haut (ohne Fell) dient zur Abgabe von Wärme, was bei grossen Tieren mit eingeschränktem Wärmeaustausch wichtig ist.

Mithilfe von Infrarot-Thermografie sah man, dass nicht nur die Ohren (die grossen Ohren der Elefanten fungieren als Wärmetauscher), sondern auch «thermische Fenster» am restlichen Körper zum Temperaturausgleich genutzt werden. Da die Tiere aber weder schwitzen noch hecheln, blieb die Frage, wie sie aufgestaute Hitze abgeben. Die Infrarotkamera misst nur die Oberflächentemperatur, nicht aber die Kerntemperatur.

Elefant InfrarotkameraSo entwickelte man an der Universität Wien, Zoologie, gefinkelte Schluckkapseln, die an die Elefanten verfüttert wurden und während der Darmpassage die Innentemperatur der Tiere aufzeichnen. Die Kapseln waren mit einem Signal ausgestattet, um sie nach der Ausscheidung wiederzufinden.

Die Mühe hat sich gelohnt: Erstmals konnte man aufzeigen, dass Elefanten innere Temperaturschwankungen zulassen, denn bisher war das nur von Kamelen bekannt, und auch nur, wenn es heisser wird als ihre Körpertemperatur und kein Trinkwasser vorhanden ist.

Das Dogma «Je grösser das Tier, umso stabiler die Temperatur» stimmt bei Elefanten jedenfalls nicht: Ähnlich der Tagesschwankung der Aussentemperatur speichern Elefanten tagsüber die Hitze (auch wenn es unter 35 Grad hat), lassen bis zu 37 Grad im Körper zu, und geben nachts, wenn es kühl ist, die Wärme ab und kühlen bis 35,5 Grad aus. Das ist enorm viel für so ein grosses Tier. Dieser Trick könnte möglicherweise erklären, warum Elefanten so gross werden.